Gesundheitsthemen

Antiphospholipid-Syndrom

Antiphospholipid-Syndrom (APS, Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom): Erkrankung mit wiederkehrenden Thrombosen und Embolien, häufigen und neurologischen Komplikationen bei nachweislich vorhandenen Antiphospholipid-Antikörpern im Blut. Die Krankheit kann isoliert auftreten (primäres APS) oder im Zusammenhang mit anderen Autoimmunkrankheiten (sekundäres APS), am häufigsten mit dem systemischen Lupus erythematodes.

Der Verlauf der Erkrankung ist variabel, angefangen von einer einmaligen geringfügigen Venenthrombose bis hin zu tödlichen Lungenembolien oder Schlaganfällen.

Frauen erkranken fünfmal häufiger als Männer, oft im mittleren Lebensalter. Das Antiphospholipid-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle bei jungen Menschen. Die Prognose orientiert sich an der Lage und der Häufigkeit der Gefäßverschlüsse.

Leitbeschwerden

Die Beschwerden hängen davon ab, welches Gefäß verschlossen ist:

  • Schwellung eines Beins mit ziehendem Schmerz (tiefe Beinvenenthrombose)
  • Plötzliche Atemnot mit stechendem atemabhängigen Schmerz in der Brust (Lungenembolie)
  • Plötzliche Lähmung einer Körperseite oder Sprachstörungen bei jungen Menschen (Schlaganfall)
  • Krampfanfall, Migräne
  • Baumartig verzweigte bläuliche Hautzeichnung, kleine Einblutungen unter den Finger- oder Zehennägeln
  • Wiederholte Fehlgeburten in den letzten beiden Dritteln der Schwangerschaft.

Die Erkrankung

Namensgebend für das APS sind die Antiphospholipid-Antikörper. Sie reagieren mit einem Eiweiß, das an der Blutgerinnung beteiligt ist. Dadurch kommt es zu Blutgerinnseln, die die Adern und Venen verschließen und zu einer Unterversorgung oder Infarkten im betroffenen Gewebe führen. Manchmal tritt auch ein Mangel an Blutplättchen auf (Thrombozytopenie).

Thrombosen können sowohl in Venen als auch in Arterien auftreten. Am häufigsten sind Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, seltener kommen Thrombosen in Armen, Nieren, Leber und den Augenvenen vor. Arterielle Thrombosen entstehen am häufigsten in den Arterien des Gehirns und führen zu Schlaganfällen, selten auch zu Krampfanfällen, Migräne oder Demenz.

Das macht der Arzt

Die Therapie bei thrombotischen Komplikationen orientiert sich am jeweiligen Symptom: Nach Beinvenenthrombosen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten muss die Blutgerinnung herabgesetzt werden. Häufig wird Phenprocoumon (Marcumar®) eingesetzt – ein Medikament, das die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber unterdrückt und so die Häufigkeit weiterer Thrombosen vermindert.

Von: Dr. rer. nat. Katharina Munk, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualsierung von Dr. med. Sonja Kempinski

Rheuma kann auch auf die Stimme schlagen.

Anhaltende Heiserkeit bei Rheuma

Wenn Rheuma auf die Stimme schlägt

Rheumatische Erkrankungen können zu Heiserkeit führen und den Stimmklang verändern. Was Betroffene tun können, erklärt die Deutsche Rheumaliga e.V.

Heiserkeit, eingeschränkte Stimmleistung oder rauer Klang – anhaltende Stimmveränderungen betreffen Menschen mit Rheuma besonders häufig.  Anders als bei einer Erkältung entsteht die Heiserkeit nicht plötzlich, sondern prägt sich langsam aber kontinuierlich aus. Sprechen strengt die Betroffenen zunehmend an.

Auslöser sind Entzündungen, Knoten oder Kortison

Verschiedene Auslöser kommen in Frage. Rheumatische Entzündungen können den Stellknorpel – die Schaltzentrale der Stimmlippe – schädigen. Der Stellknorpel ist dafür verantwortlich, die Stimmlippen bei der Atmung auseinander- und beim Sprechen zusammenzuziehen. Ist er geschädigt, funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr. Betroffene müssen sich häufig erst räuspern, um einen Ton hervor zu bringen.

Selten gehen die Stimmveränderungen auf einen Rheumaknoten zurück, der sich an den Stimmlippen gebildet hat. Dabei bildet sich der Stimmmuskel bindegewebartig um. Ein weiterer möglicher Auslöser für Stimmveränderungen ist die langfristige Einnahme von Kortison. Das Arzneimittel wirkt muskelabbauend. Ist der Stimmmuskel vom Abbau betroffen, schließen sich die Stimmlippen nicht mehr richtig.

Singen hält die Stimme geschmeidig

Was können Betroffene tun, um ihre Stimme geschmeidig und leistungsfähig zu halten? Die Deutsche Rheumaliga rät: Singen! Denn Übung hält den Stimmmuskel fit. Wer regelmäßig singt, tut viel für seine Stimme, meint Prof. Dr. Tadeus Nawka von der Charité Berlin. Sänger sollten allerdings vermeiden, in einen „Sängerwettstreit“ zu geraten, denn lauter ist nicht unbedingt besser. Es empfiehlt sich, auf die eigene Stimme zu achten, um sich nicht zu überfordern.

Bei starken Beschwerden zum Phoniater

Einige Stimmveränderungen sind nur vorübergehend. Sind anhaltende Stimmveränderungen auf Entzündungen oder Kortison zurückzuführen, informiert der Arzt die Betroffenen über mögliche Änderungen in der Medikation. Bei starken Beschwerden ist ein Gang zum Phoniater anzuraten – das ist ein Facharzt für Stimme und Sprache. Er analysiert mithilfe einer sogenannten Video-Laryngostroboskopie die Schwingungen der Stimmlippen. Diagnostiziert er einen Rheumaknoten an den Stimmlippen, kann eine operative Entfernung des Knotens erwogen werden.

Quelle: Deutsche Rheumaliga e.V.

02.03.2018 | Von: Sandra Göbel; Bild: Image Point Fr/Shutterstock.com