Gesundheitsthemen

Pearl-Index

Der Pearl-Index gibt an, wie sicher eine Verhütungsmethode ist. Er bezieht sich auf jeweils 100 Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden. Ein Index von 1 bedeutet, dass pro Jahr von diesen Frauen eine trotz Verhütung schwanger wird („Versagerquote" von 1 %). Die Angaben umfassen sowohl Methoden- als auch Gebrauchssicherheit: Die Gebrauchssicherheit berücksichtigt alle unbeabsichtigten Schwangerschaften und spiegelt so die Alltagssicherheit wider, die Methodensicherheit berücksichtigt nur die Schwangerschaften, die bei korrekter Anwendung des Verhütungsmittels eingetreten sind. Zum Beispiel liegt der Pearl-Index für das Kondom zwischen 2 und 12 %. Das heißt, mindestens zwei von 100 Frauen werden innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger, wenn sie sich beim Geschlechtsverkehr auf das Kondom verlassen. Zerreißt ein langer Fingernagel das Kondom oder rutscht es zu früh ab, passieren bis zu 12 ungewollte Schwangerschaften unter 100 Frauen.

Beliebtheit und Zuverlässigkeit häufig eingesetzter Verhütungsmethoden:

Verhütungsmethode

Anwendung

Pearl-Index

Keine Verhütung

 

85 %

Knaus-Ogino-Methode (Kalendermethode)

12 %

~ 20 %

Basaltemperaturmethode

 

~ 2 %

Zervixschleimmethode (Billings-Methode)

 

15 %

Symptothermale Methode

 

0,3 %

Verhütungscomputer

 

~ 5 %

Coitus Interruptus

 

~ 15 %

Kondom oder Femidom

28 %

2–12 %

Spermizid + Diaphragma oder Portiokappe

nicht bekannt

2,5–3 %

Lea contraceptivum (ohne Spermizid)

2,5 %

Kupferspirale (ohne Hormonbeschichtung)

6 %

~ 1 %

„Pille" (alle außer Minipille)

38 %

0,5 %

Minipille

< 0,1 %

1–2 %

Verhütungsring

0,8 %

0,9 %

Dreimonatsspritze

1 %

1 %

Hormonspirale

6 %

~ 0,2 %

Implanon®

0,9 %

< 0,1 %

Pille danach

1 %

2 %

Sterilisation der Frau

8 %

~ 0,3 %

Sterilisation des Mannes

2 %

< 0,2 %

Prozentsatz aller deutschen Paare, bei denen die Partnerin zwischen 14 und 44 Jahren alt ist. Die Summe aller Verhütungsmethoden übersteigt 100 % durch Mehrfachverhütung

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Andrea Stadler

Eine Fehlgeburt ist kein Einzelschicksal: Jede dritte Schwangerschaft endet vor der 12. Woche.

Trauer nach einer Fehlgeburt

Den Kummer nicht verdrängen

Jede dritte Schwangerschaft endet vor der 12. Woche. Für die Mutter ist die Fehlgeburt ein schwerer Schicksalsschlag. Doch wenn sie die Trauer zulässt und das Trauma verarbeitet, schöpft sie neue Hoffnung. 

Für eine werdende Mutter ist ihr ungeborenes Kind der Inbegriff von Hoffnung und Glück. Geht das kleine Menschenleben verloren, bricht für sie eine Welt zusammen. „Manche Frauen sind vor allem nach langjährigem Kinderwunsch sehr schwer betroffen, lassen sich bodenlos in die Traurigkeit fallen und gehen in der Schwärze einer Depression verloren“, berichtet Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Viele Mütter geben sich die Schuld an der Fehlgeburt. Andere haben sich so mit dem Baby identifiziert, dass sie sich ohne das Kind wertlos fühlen. 

Trauer äußert sich nach Fehlgeburt unterschiedlich

„Es ist völlig richtig und wichtig, dass eine Frau nach dem Verlust eines ungeborenen Babys trauert“, bekräftigt Dr. Albring. Doch die Trauerphase gestaltet sich von Frau zu Frau unterschiedlich. Manche Mütter kommen besser über den Schicksalsschlag hinweg, wenn sie sich mit beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten ablenken. Andere leiden umso stärker und länger, je mehr sie das Trauma verdrängen. Um den Verlust zu überwinden, brauchen sie Zeit und Verständnis. Sonst vertieft sich ihr Kummer.

Wege aus dem Dunkel

Frauen sollten sich bewusst sein, wie häufig Fehlgeburten sind und dass es keine Garantie für eine glückliche Geburt gebe, betont Dr. Albring. „Dann wird der Verlust nicht so sehr als persönliches Versagen erlebt.“ Zusätzlich rät der Experte den Frauen, sich symbolisch von dem Baby zu verabschieden. Das kann bedeuten, es anzuschauen, ins Personenstandsregister eintragen zu lassen und ihm eine letzte Ruhestätte einzurichten. „Viele Friedhöfe bieten spezielle Grabfelder für diese Kinder an“, weiß Dr. Albring. In schweren Fällen hilft eine Gesprächstherapie.

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e.V.

04.01.2017 | Von: Susanne Schmid; Bild: Max kegfire/Shutterstock