Gesundheitsthemen

Basaltemperaturmethode

Die Basaltemperaturmethode (Temperaturmethode) bezeichnet ein Verfahren zur Unterscheidung von unfruchtbaren und fruchtbaren Tagen durch tägliches Messen der morgendlichen Körpertemperatur, die kurz vor dem Eisprung um mindestens 0,2 °C abfällt und nach dem Eisprung deutlich um 0,5 °C ansteigt. Für Frauen mit regelmäßigem Zyklus und relativ stabilem Lebenswandel geeignet und dann auch eine sichere Verhütungsmethode.

Durchführung. Die Körpertemperatur wird jeden Morgen zur gleichen Zeit – noch vor dem Aufstehen (Basaltemperatur) – gemessen und in eine Zyklustabelle bzw. ein Kurvenblatt eingetragen. Die Messung kann im Mund, im After oder in der Scheide erfolgen, die gewählte Körperstelle muss nachfolgend aber immer die gleiche sein.

Basaltemperaturkurve
Copyright: www.salevent.de, Michael Amarotico, München

Basaltemperaturkurve. Ein praktisches Hilfsmittel zum Erkennen der „gefährlichen" Tage ist die Basaltemperaturkurve: In der ersten Zyklushälfte ist die Temperatur etwas niedriger als in der zweiten und fällt vor dem Eisprung um ~ 0,2°C ab. Unmittelbar nach dem Eisprung steigt die Temperatur dann über das Niveau der ersten Zyklushälfte wieder an, weil ab diesem Zeitpunkt das Hormon LH vom Gehirn ausgeschüttet wird. Bei einem deutlichen Temperaturanstieg von ~ 0,5°C ist die Frau ab dem 3. Tag des Temperaturanstiegs unfruchtbar. Außer zur Verhütung wird die Basaltemperaturmethode auch zur Diagnostik bei Unfruchtbarkeit eingesetzt (Sterilitätsdiagnostik).

Sicherheit. Mit einem Pearl-Index von etwa 2 % eine sichere Verhütungsmethode. Nachteil ist, dass Stress, Infektionen, bestimmte Medikamente, zu wenig Schlaf oder übermäßiger Alkoholkonsum die Körpertemperatur beeinflussen und die Methode unsicher wird. Um die Sicherheit zu erhöhen, macht es deswegen Sinn, sie mit der Zervixschleimmethode zu kombinieren.

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Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Die Röteln-Impfung schützt Mutter und Kind.

Röteln-Infektion bei Schwangeren

Mikrozephalie kann Folge sein

Die Mikrozephalie – ein zu kleiner Kopf bei Neugeborenen – erlangte als Folge der Zika-Virus-Infektion hohe Aufmerksamkeit. Doch auch hierzulande gibt es infektionsbedingte Mikrozephalien, etwa als Folge einer Rötelninfektion während der Schwangerschaft.

Röteln werden durch das Rötelnvirus ausgelöst. Eine Röteln-Infektion führt bei Kindern und Erwachsenen typischerweise zu einem leichten Krankheitsbild mit Fieber, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen. In der Schwangerschaft gehören Röteln jedoch zu den am meisten gefürchteten Infektionen, denn es droht eine Fehlbildung des Kindes.

Zeitpunkt der Röteln-Infektion entscheidend

„Erkrankt eine schwangere Frau an Röteln, weil sie keine ausreichende Immunität gegen das Virus hat, kann sich das Röteln-Virus über die Plazenta im Blutkreislauf des ungeborenen Kindes ausbreiten. Ob und in welchem Ausmaß das Virus dem ungeborenen Kind Schaden zufügt, hängt vor allem vom Zeitpunkt der Infektion während der Schwangerschaft ab“, erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) mit Sitz in München.

Laut Robert Koch-Institut zeigen Beobachtungen, dass in den ersten acht Wochen der Schwangerschaft eine Röteln-Infektion in 90 Prozent der Fälle Schädigung des Embryos verursacht. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft sinkt das Risiko für Schädigungen und beträgt im mittleren Drittel noch etwa 25–30 Prozent. Ab der 20. Schwangerschaftswoche wird nur noch in Ausnahmefällen von Schädigungen berichtet.

Mikrozephalie führt zu Entwicklungsstörungen

Röteln können eine Vielzahl von Fehlbildungen beim Fötus verursachen, wobei hauptsächlich das zentrale Nervensystem, Auge, Ohr und Herz betroffenen sind. „Weitere mögliche Folgen sind unter anderem ein geringes Geburtsgewicht, Vergrößerung von Leber und Milz, Enzephalitis [Gehirnentzündung], Hepatitis [Leberentzündung], Myokarditis [Herzmuskelentzündung] oder eben auch eine Mikrozephalie“, ergänzt Dr. Albring. „Bei einer Mikrozephalie kommen die betroffenen Kinder mit einem auffällig kleinen Kopf zur Welt – der Umfang liegt deutlich unter 32 Zentimetern. In manchen Fällen ist das Köpfchen kaum größer als eine Apfelsine. Mit zunehmendem Alter zeigt sich oft erst das Ausmaß der damit einhergehenden Entwicklungsstörung, weil sich das Gehirn nicht richtig entwickelt und der Kopf nicht entsprechend dem Körperwachstum mitwächst.“

Röteln-Impfung: Doppelt hält besser

Frauen, die sich im gebärfähigen Alter befinden und insbesondere Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten daher auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Röteln achten. „Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine zweimalige Röteln-Impfung für alle Frauen im gebärfähigen Alter, die einen unklaren Impfstatus haben, ohne Immunschutz sind sowie nur einmal oder gar nicht gegen Röteln geimpft sind. Sie können sich vor einer Röteln-Virus-Infektion durch die Impfung schützen, und dadurch das ungeborene Kind vor Schäden bewahren“, bekräftigt Dr. Albring. Die Kosten für die Standardimpfung für Frauen im gebärfähigen Alter werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Quelle: BVF

06.05.2016 | Von: Sandra Göbel/BVF; Bild: Africa Studio/Shutterstock