Gesundheitsthemen

Kondom

Ein Kondom (Präservativ) ist in der Regel eine aus Latex hergestellte hauchdünne Hülle, die kurz vor dem Eindringen in die Scheide oder beim Analverkehr über den erigierten, steifen Penis gestreift wird. Richtig angewendet ist das Kondom ein sicheres Verhütungsmittel, das gleichzeitig davor schützt, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Neben der Sterilisation ist es auch das einzig sichere Verhütungsmittel, das der Mann anwenden kann. Geeignet und zu empfehlen für alle Personen, die nur gelegentlich Sex oder häufig wechselnde Sexualpartner haben, sowie für Paare, die ihre natürliche Verhütung sicher ergänzen möchten.

Durchführung. Kondomverpackung vorsichtig aufreißen und mit Zeigefinger und Daumen das Reservoir (Zipfel oben an der Kondomspitze) fassen, wenn nötig die Luft heraus drücken und so auf den erigierten Penis aufsetzen, dass das Röllchen außen ist. Dann das Kondom vollständig (!) über den Penis abrollen. Bei Vaginalverkehr ist darauf zu achten, dass das Kondom schon übergestreift ist, bevor erigierter Penis und Scheide miteinander in Kontakt kommen.

Warnhinweis: Wurde das Kondom versehentlich falsch herum aufgesetzt (Röllchen innen), durch spitze Fingernägel oder Unvorsichtigkeit beschädigt, unbedingt ein neues benutzen! Kondome dürfen nur einmal benutzt werden.

Nach dem Samenerguss nicht warten, bis der Penis erschlafft, sondern das Kondom am Penisschaft (länglicher Hauptteil des Penis) mit der Hand umfassen, damit es nicht abrutscht, und zusammen mit dem noch steifen Penis aus der Scheide heraus ziehen, abstreifen, zuknoten und entsorgen. Nach dem Abstreifen des Kondoms befindet sich an den Fingern und am Penis noch Samenflüssigkeit. Hände waschen oder mit einem Taschentuch abwischen!

Ist das Kondom beim Vaginalverkehr abgerutscht oder gerissen, sollte so schnell wie möglich (innerhalb von 12, maximal 48 Stunden) ein Frauenarzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob eine Befruchtung zu diesem Zeitpunkt prinzipiell möglich ist und ggf. eine Einnahme der „Pille danach" anzuraten ist.

Kondome werden allerdings häufig als Störfaktor empfunden, da z. B. das Vorspiel unterbrochen und die Kondompackung erst mühsam hervorgekramt werden muss. Viele Männer, aber auch Frauen beklagen beim Geschlechtsakt eine verminderte Empfindungs- und erschwerte Orgasmusfähigkeit. Hier hilft es manchmal, das Drüberziehen des Kondoms ins Vorspiel einzubinden und verschiedene Kondomsorten auszuprobieren, da Kondome je nach Hersteller in Größe und Beschaffenheit des Materials variieren.

Warnhinweis: Kondome aus Latex nicht zusammen mit Öl, fetthaltigen Cremes wie Vaseline oder Gleitmitteln verwenden, sie werden sonst brüchig und undicht. Ausnahme: spezielle Gleitmittel auf Wasserbasis (z. B. Joydivision BIO- oder AQUAglide® oder Durex®-Play-Gleitgel). Kondome sind auch vor Hitze (Heizkörper, Sonne, Handschuhfach) und andauernder Druckbelastung (Geldbeutel, Hosentasche) zu schützen.

Für Personen mit Latexallergie sind mittlerweile Kondome aus Polyethylen (PE) und Polyurethan (PUR) auf dem Markt, z. B. Durex®-Avanti-Kondome oder RFSU Zenith®. Diese Kondome können auch mit fetthaltigen Gleitmitteln benutzt werden, Langzeitstudien zur Sicherheit fehlen allerdings noch.

Sicherheit. Der Pearl-Index liegt zwischen 2–12 und hängt stark von der richtigen und konsequenten Anwendung ab. Richtig angewendet schützen Kondome zuverlässig, vor allem auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten („Safer Sex").

Kondome werden meist als 12-er- oder 24-er Packung verkauft und sind rezeptfrei in Apotheken, Drogerien, den meisten Supermärkten und Tankstellen erhältlich. Beim Kauf sollte man auf das CE-Prüfzeichen und das angegebene Verfallsdatum achten. Mit Kondomen aus Automaten lieber vorsichtig sein, da diese durch zu lange Sonnenbestrahlung oder mutwillig beschädigt sein können.

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Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Eltern sollten schon früh möglichst viel und aufmerksam mit ihren Kindern kommunizieren.

Sprache bei Babys und Kleinkindern

Zuwendung der Eltern fördert Sprechen

Die sprachliche Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern verläuft rasant. Wichtige Grundlage dafür ist die direkte Kommunikation und Zuwendung der Eltern.

Sprache beginnt für Babys schon vor der ersten Lautäußerung – denn die Stimme der Mutter wird bereits im Mutterleib wahrgenommen. Gerade nach der Geburt ist die Mutter die wichtigste Bezugsperson für den Säugling, auch was Kommunikation angeht. Laut Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich Fegeler profitieren sie insbesondere von der direkten Ansprache durch Mutter und Vater: „Eltern wählen automatisch einfache Worte, betonen die Vokale übertrieben, machen längere Pausen, benutzen einen höheren Tonfall, wiederholen das Gesagte mehrmals und kommentieren es mimisch oder durch Gesten, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu wecken und die Bedeutung des Gesagten/Wortes verstehbar zu machen.“

Kinder lernen auch durch Gestik der Eltern

Sprache aus dem Radio oder Fernsehgerät könne den zugewandten Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt nicht ersetzen, betont der Mediziner. Stattdessen müsse individuell auf die Lautäußerungen und anderen Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Ab etwa einem halben Jahr unterstützen vor allem Gesten die sich nun beschleunigende Sprachentwicklung. „Indem Eltern auf etwas zeigen und dann die Bezeichnung dafür sagen, helfen sie den Wortschatz ihres Kindes zu erweitern“, erklärt Fegeler. Unterstützend dabei wirken Bilderbücher, die mit zunehmendem Alter komplexer werden. Von zwei bis drei Jahren können Eltern ihre Kinder dann bereits einfache Fragen zu den Bildergeschichten beantworten lassen.

Fragen und Erklären wird mit zunehmendem Kinderalter wichtiger

Für Kinder ab drei Jahren eignen sich die sogenannten „Wimmel“-Bilderbücher und kurze Gute-Nacht-Geschichten – diese können Eltern ihre Kinder durch einfache Fragestellungen nacherzählen lassen. In diesem Alter beginnt zudem die „Fragephase“ des Kindes. Eltern sollten auf das Nachfragen möglichst klare Erklärungen geben und den Nachwuchs dazu anregen, bereits erworbenes Wissen zu aktivieren. Fegeler fasst zusammen: „Grundsätzlich gilt: Wenn man mit den Kindern viel spricht, also viel Sprache hineinsteckt, kommt irgendwann auch viel Sprache vom Kind zurück. Kommunikation und Zuwendung ist die beste Sprachförderung.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

05.05.2017 | Von: Leonard Olberts; Bild: FamVeld/Shutterstock