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Familienplanung

Sexualität auszuleben, ohne dabei Kinder zu zeugen - das war schon immer ein menschliches Ansinnen. Allerdings standen Jahrhunderte lang keine sicheren Verhütungsmethoden zur Verfügung. Rund 40 Jahre nach Einführung der Antibabypille ist Empfängnisverhütung dagegen so selbstverständlich, dass Kriterien wie Bequemlichkeit, Kosten oder Natürlichkeit bei der Auswahl der Methode in den Mittelpunkt rücken. Wir haben für Sie alles Wichtige zu den einzelnen Verfahren zusammengestellt - von der Wirkungsweise über die Vor- und Nachteile bis hin zu den Kosten.
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Nahrungsergänzung im Blick: Acai

Sinn oder Unsinn?

Von der Frühstücks-Bowl bis zum Power-Smoothie: Die Acai-Beere macht mit ihrer kräftig dunklen Farbe jede Mahlzeit zum Hingucker - und soll dabei auch noch gesund sein. Doch was ist dran an den Werbeversprechen für das Superfood?

Hoher Mineralstoffgehalt

Tatsächlich steckt die Beere voller Nährstoffe: Die dunkelrote, fast schwarze Farbe der Acai-Beere entsteht durch den hohen Gehalt an Anthocyanen. Die gehören zu den Antioxidanzien und neutralisieren schädliche freie Radikale. Auch Mineralstoffe wie Kalzium oder Mangan sind reichlich in den Früchten enthalten. Für viele überraschend ist wahrscheinlich der hohe Fettgehalt der Acai-Beere: Mit fast 50% enthält sie zum Beispiel mehr Fett als eine Avocado.

Vorsicht bei Eisenmangel

Über die Wirkung der Anthocyane der Acai-Beere streiten die Wissenschaftler*innen. Einige sehen sie als potenzielles Wundermittel, um vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Andere argumentieren mit der unsicheren Studienlage und geringen Aufnahme der Moleküle aus dem Darm. Um klare Aussagen über Wirkung und notwendige Dosis der Beeren zu treffen, werden also noch weitere Studien benötigt.

Bedenkenlos sollte die Acai-Beere jedoch nicht verzehrt werden. Bereits 300 g Fruchtmark reichen aus, um die täglich empfohlene Aufnahme von Mangan um das sechsfache zu überschreiten. Dies ist besonders für Menschen mit Eisenmangel gefährlich, denn ein hoher Mangan-Gehalt in Lebensmittel verschlechtert die Eisenaufnahme im Darm.

Produkte stark verarbeitet

Die Beeren mit dem exotisch klingenden Namen werden weit weg im Amazonas-Gebiet in Brasilien angebaut, sodass sie in Europa nicht frisch, sondern meist stark verarbeitet als mit Wasser verdünntes Fruchtmark oder Pulver verkauft werden. Durch den aufwändigen Herstellungsprozess gelangen immer wieder Schadstoffe in die Produkte. In einigen wurden zum Beispiel Mineralölkohlenwasserstoffe nachgewiesen, die sich im Körper anreichern und möglicherweise Leberschäden hervorrufen.

Wer sicher gehen möchte, setzt also lieber auf eine abwechslungsreiche Ernährung: Auch heimische Früchte wie Blaubeeren oder schwarze Johannisbeeren sind reich an Anthocyanen und Mineralstoffen.

Quellen: Verbraucherzentrale, DGE

22.01.2021 | Von: Marie Schläfer; Bild: Luis Echeverri Urrea/Shutterstock.com